Alte Geschichte
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Die Wirtschaftsgeschichte der nordwestlichen Grenzprovinzen. Eine theoretische Annäherung (N. Krocker)

Betreuer: Prof. Dr. Jens Krause

Die Geschichte der nordwestlichen Grenzprovinzen (Britannia, Germania Inferior, Germania Superior, Raetia sowie Noricum) des Römischen Reiches ist Gegenstand intensiver altertumswissenschaftlicher Forschung. Zahlreiche Ausstellungen in jüngerer Zeit dokumentieren ein breites öffentliches Interesse an dieser Thematik. Vor allem liefert die archäologische Forschung stetig neue Einblicke in die Lebenswirklichkeit der provinzialrömischen Bevölkerung und deren materiellen Hinterlassenschaften. Eine umfassende sowie einheitliche Analyse der wirtschaftlichen Strukturen in den nordwestlichen Gebieten des römischen Reiches bildet ein Forschungsdesiderat, welches in der geplanten Dissertation eingelöst werden soll. Zeitlich soll die gesamte Epoche römischer Präsenz auf dem Gebiet der Provinzen sowie deren Transformationsphase hin zum Frühmittelalter untersucht werden, wobei der Schwerpunkt der Analyse auf den ersten drei Jahrhunderten n. Chr. liegt. Gleichzeitig versteht sich das Promotionsvorhaben als ein Beitrag zur aktuellen Forschungsdiskussion bezüglich der antiken Ökonomie. Die in der Forschungslandschaft oft vertretene Ansicht, bei den nordwestlichen Grenzprovinzen handle es sich um wirtschaftliche Randgebiete, soll durch eine Gesamtanalyse der dortigen Wirtschaft relativiert und ihre zunehmende Bedeutung für die Gesamtökonomie des römischen Reiches aufgezeigt werden. 

In jüngerer Zeit steht die antike Wirtschaftsgeschichte verstärkt im Fokus der altertumswissenschaftlichen Forschung. Den theoretischen Rahmen für die gegenwärtige Analyse der antiken Ökonomie bildet unter anderem die Neue Institutionenökonomie (NIÖ). In den Wirtschaftswissenschaften entwickelte sich die NIÖ aus der zunehmenden Beschäftigung mit der Rolle der Institutionen für den wirtschaftlichen Prozess. Die in den letzten Jahren oft geforderte Analyse der griechisch-römischen Ökonomie unter den Vorzeichen der NIÖ soll im Dissertationsprojekt verwirklicht werden, indem der Wirtschaftsraum der nordwestlichen Grenzprovinzen mit Hilfe des gesamten Theorieangebotes der NIÖ systematisch analysiert und gleichzeitig der Sinn und Nutzen einer Anwendung der NIÖ auf die römische Wirtschaft thematisiert wird.

Kontakt:
Nicolas Krocker M.A.
E-Mail schicken an  n_nick@web.de E-Mail